Wo die Liebe hinfällt …

Das erste Gießener Studierendenkolloquium Wo die Liebe hinfällt… AMORalische Liebeskonzeptionen in der europäischen Geistesgeschichte fand vom 15. bis 16. Juli 2005 an der Justus-Liebig-Universität Gießen statt. Die Tagung wurde von den ehemaligen Student_innen Mario Baumann, Daniela Matzner, Sebastian Matzner und Yvonne Nowak organisiert.

Konzept

Die Wortbildung ‚AMORalisch‘ erlaubt es, ausgehend von der Liebe ein Feld zu eröffnen, das auf engste mit dem Bereich der Moral verknüpft ist und in das sowohl die Sexualität als auch die Erotik eingebettet sind. Der Begriff des ‚AMORalischen‘ bietet damit den Vorteil, ein Themengeflecht zu fokussieren, das die drei autonom zu denkenden und doch vielfach ineinandergreifenden Bereiche der Liebe, der Sexualität und der Moral miteinander verbindet. Anhand des ‚AMORalischen‘ können daher sowohl die Interdependenzen der drei benannten Bereiche als auch deren jeweilige Konstituierung verfolgt werden. Damit lenkt das ‚AMORalische‘ in besonderer Weise den Blick auf die historisch je eigenen und d.h. differenten Konfigurationen von Liebe, Sexualität und Moral, die sich im Laufe der europäischen Zivilisation herausgebildet haben.

Referent_innen

Maria Baumann (Gießen)
Moàsa lesbi£zousa – Die Fellatio treibende Muse. Sexuelle Devianz und Poetologie in der Komödie des Aristophanes.

Yvonne Nowak (Gießen)
Halt still, Hetäre! Lukian aus Samosata und seine Hetären.

Kim Barkowski (Heidelberg)
Text vergeigt: Monteverdis Combattimento als intermediale Liebesschlacht.

Jost Eickmeyer (Heidelberg)
Des Unmoralischen Zähmung. Zur Konstruktion literarischer Moralität
und Amoralität am Beispiel der deutschen Amadis-Romane und ihrer
zeitgenössischen Kritiker.

Daniela Matzner (Gießen)
Literarische Lingerie: Enthüllte Verschleierungsstrategien in den Contes Jean de La Fontaines. Das Beispiel „Le Tableau“.

Alexander van de Bergh (Gießen)
Zwischen Liebe und Tod: Vampire und Vampirinnen als Grenzverletzer sexueller Normen.

Sebastian Matzner (London)
Knaben, Knast und Kunstverstand: Die antike Knabenliebe als Legitimationsstrategie der schwulen Moderne. Zur subversiven Kraft einer anstößigen Antike.

Sandra Berger (Gießen)
Houellebecq – AMORalischer Moralist?