„Ich lese, also bin ich!“

Das vierte Gießener Studierendenkolloquium „Ich lese, also bin ich“ – Medien der Schriftlichkeit und ihre Rezipienten im Wandel fand vom 11. bis 13. Mai 2012 im Alexander-von-Humboldt-Gästehaus der Justus-Liebig-Universität Gießen statt. Die studentische Tagung wurde von ehemaligen Student_innen Anna-Lena Glanz, Wiebke Nierste, Sabine Schmitt und Lisa-Kristin Weis organisiert.

Konzept

Die Kultur der Gegenwart ist stärker als je zuvor von Medien bestimmt. Die Kulturtechnik, mit der wir uns in der Medienflut wie mit keiner anderen über Wasser halten können, ist das Lesen. Wer lesen kann, kann Sachverhalte ganzheitlicher, kritischer und reflektierter hinterfragen und analysieren.

Die Beiträge des vierten Gießener Studierendenkolloquiums, die im Jahr 2014 von den Organisator_innen im Tectum-Verlag publiziert worden sind, erlauben eine umfassende wie detaillierte Betrachtung des Lesens in seinem historischen, gesellschaftlichen und kulturellen Kontext. Sie decken den zeitlichen Rahmen von den alten Ägyptern über die römische Antike und das Mittelalter bis zur Gegenwart mit modernen Formaten wie englischen e-mail novels oder Kochblogs im Internet ab. Die zentralen Fragen aller Beiträge: Was bedeutet Lesen eigentlich? Wer liest, was, wo und wann, zu welchem Zweck und unter welchen Bedingungen? Lohnt sich Lesen überhaupt?

Referent_innen

Stephanie Kurschus (Mainz)
‚Lego ergo sum‘ – Buchvielfalt als wichtiger Faktor für die Funktionserfüllung des Lesens

Fabiola Dengler (Marburg)
Das elegische Ich in der Manifestation ‚Dichter‘

Christine Netzler (Gießen)
Reading e-mail novels – the epistolary method in the 21st century

Wencke Brauns (Heidelberg)
„waz sol nû sprechen unde sanc? man seit ir beider cleinen danc.“ Autorbewusstsein und Zeitklage bei Konrad von Würzburg

Patricia Kotzauer (Jena)
Kochblogs als Beispiel für die Abweichung von Textsortenkonventionen im Internet

Inga Elisabeth Tappe (Karlsruhe)
Bilder ‚lesen‘? Überlegungen zur Text- und Bildrezeption

Katharina Weniger (Karlsruhe)
‚Ich sprühe, also bin ich‘ – Die American Graffiti der Writer-Szene und ihre (unfreiwilligen) Rezipienten

Rostislav Tumanov (Hamburg)
Auf dem Leseweg durch den Raum des Buches: das Kopenhagener Stundenbuch (Kongelige Bibliotek, Ms. Thot. 541 4°) und seine Bildausstattung im Kontext spätmittelalterlicher Lektüre- und Andachtspraktiken

Julienne Schrauder (Heidelberg)
Hieroglyphen – Eine Bildschrift als Spiegel des altägyptischen Denkens

Simon Bohn (Jena)
Schneller, Technischer, Effektiver – Lesen aus Sicht aktueller Speedreading-Ratgeber

Sören Ohle (Mainz)
Verbindliche Lektüre im 21. Jahrhundert? Eine Perspektivierung des literarischen Kanons

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