Saskia Schomber

Mitglied der Studierendeninitiative IGNIS

Ich habe in Gießen meinen Bachelor in den ‚Geschichts- und Kulturwissenschaften’ mit den Fächern Latein und Altgriechisch gemacht und absolviere zur Zeit das letzte Jahr meines Masterstudiums der Gräzistik in Tübingen.

Wie Florian bin ich 2014 Teil von IGNIS geworden, als wir die Planungen für das 5. Gießener Studierendenkolloquium begonnen haben; seitdem bin ich vor allem mit der Publikation der Tagungsergebnisse beschäftigt und habe zusammen mit Florian und unseren Koooperationspartner_innen am Predoctoral Programme gearbeitet.

Kulturwissenschaftliche Forschungsansätze sind auch in der Klassischen Philologie bereits viele Jahre nichts Ungewöhnliches mehr, obwohl sie sich oft – schon auf Grund der Quellenlage – mit anderen Schwierigkeiten konfrontiert sehen als andere Philologien. Mich beschäftigt dabei häufig die Frage, ob und wie die Kulturwissenschaften und das, was man als Cultural Studies bezeichnet, auch eine Antwort auf die Frage nach der Aktualität der Altertumswissenschaften bereithalten. Angesichts einer immer stärkeren gesellschaftlichen Ausrichtung auf kurzfristiges Zweckdenken und einer zunnehmenden Ökonomisierung der Hochschullandschaft, ist diese Frage nicht unerheblich. Aus diesen Wandlungsprozessen können jedoch durch kritische Partizipation auch Chancen entstehen. Hier helfen auch die Cultural Studies mit ihrem interdisziplinären und breiter angelegten Perspektiven; die Notwendigkeit, in der Auseinandersetzung mit ihnen die eigenen Überlegungen zwischen Methoden und Disziplinen neu zu verorten, sehe ich dabei als vielversprechende Herausforderung, die nicht „beliebige“, sondern gerade effektive Arbeit in und außerhalb der des eigenen Faches fördert.

Meine Hausarbeiten nutze ich daher gern dazu, die Texte und Phänomene, denen man in der Klassischen Philologie begegnet, mit moderne(re)n Literatur- und Kulturtheorien zu verbinden. Dies kommt erfreulicherweise auch immer wieder meinem Interesse an anderen Sprachen und Literaturen entgegen und zeitigt lohnenswerte Blicke über den Tellerrand.

In der antiken Literaturlandschaft interessieren mich diverse Felder; müsste ich einige fokussieren, würde ich wohl vor allem die griechische Dichtung, dort vielleicht besonders die Epigrammdichtung nennen. Zudem interessiert mich die Literatur der Spätantike, die eine spannende und spannungsreiche Zeit ist, deren Erforschung erst seit vergleichsweise kurzer Zeit an Fahrt aufgenommen hat. Ein für die Cultural Studies zentrales Thema, mit dem ich mich intensiver beschäftige, ist der Performance Criticism in der griechischen Tragödie; ein Ansatz, der die aufführungstechnischen Dimensionen des antiken Dramas zu eruieren und berücksichtigen sucht.